Letzte Woche hatte C Wire die Gelegenheit, gemeinsam mit Martin Garling und Rui de Freitas eine Masterclass auf der ADZINE Connect 2026 in Düsseldorf zu halten. Die Session widmete sich einer Frage, die für die Werbebranche immer wichtiger wird:
Wie schaffen wir Relevanz in einer Welt, in der Identifier verschwinden, die Fragmentierung zunimmt und die Leistungserwartungen weiter steigen?
Die Antwort liegt aus unserer Sicht in einem neuen Paradigma: Agentic Advertising.
Über statisches Targeting hinausgehen
Seit vielen Jahren stützt sich digitale Werbung auf relativ statische Systeme. Kampagnen werden manuell konfiguriert, Targeting-Segmente im Voraus definiert und Optimierungen erfolgen oft über schrittweise Anpassungen.
Doch das Werbeumfeld hat sich grundlegend verändert.
Identifier verschwinden.
Consumer Journeys sind über Geräte und Plattformen hinweg fragmentiert.
Media-Umfelder werden immer dynamischer.
In diesem Kontext stossen traditionelle Kampagnenstrukturen an ihre Grenzen.
Benötigt wird nicht einfach besseres Targeting, sondern ein System, das Strategie versteht, in Aktivierungslogik übersetzt und die Ausführung kontinuierlich optimiert.
Hier kommen KI-Agenten ins Spiel.
Die Grundlagen von Agentic Advertising
Während unserer Masterclass stellten wir die grundlegenden Ebenen vor, die wir für ein Agentic-Advertising-Ökosystem aufbauen.
Im Kern dieses Ansatzes steht der Gedanke, dass Werbung als intelligentes System funktionieren sollte und nicht als Sammlung isolierter Tools.
Das Fundament beginnt mit BrandDNA.
BrandDNA erfasst die strategische Identität einer Marke: ihre Positionierung, Tonalität, Werte, Zielgruppenambitionen und Kommunikationsziele. Diese strategische Ebene wird maschinenlesbar und dient als Referenzpunkt für alle Kampagnenentscheidungen.
Darauf baut CampaignDNA auf.
CampaignDNA übersetzt strategische Ziele in strukturierte Anweisungen, die definieren, was eine Kampagne erreichen soll, welche Signale zählen und wie Erfolg bewertet werden soll.
Sobald diese Ebenen definiert sind, können KI-Agenten Teile des Ausführungsprozesses übernehmen.
Diese Agenten interpretieren Signale dynamisch, identifizieren relevante Zielgruppen, passen die Aktivierungslogik an und optimieren Ergebnisse kontinuierlich in Echtzeit.
Anstatt jeden Schritt einer Kampagne manuell zu konfigurieren, können Werbetreibende zu Systemen übergehen, die innerhalb definierter strategischer Grenzen autonom agieren.
Vom Konzept zur Demonstration
Ein zentrales Ziel der Session war es, die Diskussion so praxisnah wie möglich zu gestalten.
Um zu veranschaulichen, wie agentische Systeme in der Praxis funktionieren, zeigten wir ein Live-Showcase unseres MatchPersona-Agenten und unseres kommenden MatchCreative-Agenten.
Die Teilnehmenden erhielten während der Session einen QR-Code, über den sie von den Agenten generierte Beispiele direkt erkunden konnten.
Die Demonstration zeigte, wie:
MatchPersona Markenstrategie in strukturierte Zielgruppen-Intelligence übersetzt
KI-Agenten kontextuelle Signale interpretieren, um relevante Personas zu identifizieren
Creative-Konzepte über den kommenden MatchCreative-Agenten dynamisch generiert und angepasst werden können
Statt reine Folien zu zeigen, sollten die Teilnehmenden die Ergebnisse selbst erleben und verstehen, wie diese Systeme in der Praxis arbeiten.
Die Resonanz war äusserst positiv. Viele Teilnehmende meldeten zurück, dass dieser praxisorientierte Ansatz das Konzept von Agentic Advertising viel greifbarer machte.
Von der Theorie zur praktischen Infrastruktur
KI ist derzeit eines der meistdiskutierten Themen in der Werbung. Viele Gespräche bleiben jedoch sehr konzeptionell.
Was beim Publikum Anklang fand, war der Fokus darauf, wie agentische Systeme in der tatsächlichen Media-Ausführung funktionieren.
Die Diskussion behandelte praktische Fragen wie:
Wie Markenstrategie maschinenlesbar wird
Wie Agenten Signale aus dem Media-Umfeld interpretieren
Wie Creative, Zielgruppendefinition und Media-Aktivierung autonom koordiniert werden können
Wie menschliche Aufsicht zentral bleibt, um die strategischen Grenzen dieser Systeme zu definieren
Mit anderen Worten: Die Diskussion bewegte sich von KI als Buzzword hin zu KI als Infrastruktur.
Präsenz in Deutschland aufbauen
Die Veranstaltung war auch für uns bei C Wire ein wichtiger Meilenstein.
Nur etwas mehr als ein Jahr nach dem Eintritt in den deutschen Markt war es bemerkenswert zu sehen, wie viele bekannte Gesichter im Raum waren.
Gespräche wurden dort fortgesetzt, wo sie Monate zuvor geendet hatten. Neue Kontakte entstanden, und das Engagement bestätigte, was wir am deutschen Markt schätzen: das Interesse an praxisnaher Innovation.
Momente wie diese bestärken uns darin, dass wir etwas Relevantes im Ökosystem aufbauen.
Deutschland hat uns herzlich empfangen, und wir sind dankbar für die Offenheit der Branche.
Der Beginn einer neuen Werbearchitektur
Agentische Systeme werden menschliche Strategie, Kreativität oder Entscheidungsfindung nicht ersetzen.
Aber sie werden verändern, wie Werbung funktioniert.
Da die Komplexität der Medienlandschaft weiter zunimmt, wird die Fähigkeit, strategische Absichten in autonome Ausführung zu übersetzen, immer wichtiger.
Der Wandel hin zu Agentic Advertising bedeutet nicht, Marketer zu ersetzen.
Es geht darum, ihnen Systeme an die Hand zu geben, die mit der Geschwindigkeit und Komplexität moderner digitaler Umgebungen Schritt halten.
Wir bei C Wire glauben, dass dieser Wandel erst am Anfang steht.
Und die Gespräche auf der ADZINE Connect haben gezeigt, dass die Branche bereit ist für das, was als Nächstes kommt.



