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Von Attention zu Agents: 7 Signale, dass sich das Open Web neu erfindet

Rui de Freitas
9 Feb 2026
5 min read
Von Attention zu Agents: 7 Signale, dass sich das Open Web neu erfindet - C Wire blog article

Letzte Woche brachten die ersten Open Garden Innovator Awards Agenturen, Marken, Publisher und Technologieanbieter in Paris zusammen, um die Fortschritte im Advertising-Ökosystem zu feiern.

Jenseits der Trophäen und Case Studies offenbarte das Event eine tiefgreifende Entwicklung.

Es geht um eine strukturelle Transformation der Art und Weise, wie das Open Web Wertschöpfung generiert.

Was besonders auffiel, war kein bloßes Innovationstheater, sondern die operative, messbare und skalierbare Umsetzung über Media, Daten und Kreation hinweg.

Von Attention, die zur Handelswährung wird, über KI, die die Produktion von Creatives industrialisiert, bis hin zu GEO-Strategien für die Auffindbarkeit in LLMs – wir erleben einen systemischen Wandel.

Hier sind sieben Signale, die zeigen, wie das Open Web sein nächstes Kapitel aufschlägt.

1. Attention wird zur Handelswährung

Jahrelang wurde programmatic advertising auf Basis von Proxy-Metriken wie viewability, CTR und completion rates optimiert.

Die Branche sucht jedoch schon lange nach einer Kennzahl, die näher am tatsächlichen menschlichen Impact liegt.

Mehrere auf der Veranstaltung vorgestellte Initiativen zeigten, wie attention measurement nun flächendeckend eingesetzt wird. Dabei wird Mediaqualität über kognitives Engagement statt über die reine Einblendung definiert.

Dies ist entscheidend, da Attention stärker mit Geschäftsergebnissen korreliert, die Bewertung von inventory neu gestaltet und hochwertige Publisher-Umfelder belohnt.

Media wird zunehmend nach menschlicher Wirkung und nicht mehr rein nach technischer Ausspielung bepreist.

2. Retail Media und Programmatic konvergieren

Die historische Trennung zwischen Branding und Commerce verschwindet.

Die auf dem Event präsentierten Kampagnen zeigten, wie Full-Funnel-Aktivierung nativ wird und CTV-Präsenz, Consideration und Retail-Conversion in einem einzigen Fluss verbindet.

Clean-Room-Umgebungen ermöglichen es Werbetreibenden nun, Werbekontakte mit Transaktionsdaten abzugleichen. Dies erlaubt deterministische attribution-Modelle, die zuvor schwer zu realisieren waren.

Diese Konvergenz ermöglicht eine Closed-Loop-Messung, eine an den Umsatz gekoppelte Mediaplanung und eine größere Rechenschaftspflicht über den gesamten Funnel hinweg.

Retail Media ersetzt programmatic nicht – es verschmilzt damit.

3. Connected TV wird zur interaktiven Commerce-Infrastruktur

CTV entwickelt sich weit über den passiven Videokonsum hinaus.

Mehrere Cases verdeutlichten, wie CTV nun als interaktive Retail-Schnittstelle fungieren kann – durch QR-gesteuerte Journeys, Augmented-Reality-Produkterlebnisse und direkte Kaufwege.

CTV absorbiert Funktionen aus dem E-Commerce, der mobilen User Experience und dem Performance Marketing.

Die Implikation ist klar: Der größte Bildschirm im Haushalt wird transaktional.

4. GEO und LLM-Auffindbarkeit werden zu neuen Media-Disziplinen

Eines der zukunftsweisendsten Themen war Generative Engine Optimisation (GEO).

Marken beginnen damit, ihre Sichtbarkeit nicht mehr nur für Suchmaschinen, sondern für KI-Agenten und konversationelle Schnittstellen zu optimieren.

Dazu gehört die Strukturierung von Inhalten für das Training von LLMs, das Veröffentlichen von autoritativen, KI-lesbaren Inhalten und das Messen von Zitierraten in KI-generierten Antworten.

Da die konversationelle Suche wächst, verlagert sich die Optimierung von Suchrankings hin zur Aufnahme in die generierten Antworten.

Marken optimieren nicht mehr nur für Klicks, sondern für KI-Empfehlungen.

5. KI industrialisiert die Kreation

Die Produktion von Creatives war historisch gesehen eines der am wenigsten skalierbaren Elemente der Werbung.

Diese Einschränkung verschwindet rapide.

KI-gestützte Kreativsysteme ermöglichen heute eine hyperlokale Generierung von Werbemitteln, die sofortige Anpassung an den Kontext und groß angelegte Tests über verschiedene Formate hinweg.

Präsentierte Kampagnen zeigten, wie tausende lokalisierte Assets in Minuten statt in Wochen produziert werden können.

Kreativität ist nicht mehr nur Handarbeit, sie wird computergestützt und adaptiv.

6. Trust Frameworks stärken das Wertversprechen des Open Web

Transparenz und supply path optimisation waren zentrale Themen der gesamten Veranstaltung.

Das Open Web differenziert sich zunehmend durch Klarheit im Lieferweg, finanzielle Transparenz, die Anerkennung des Publisher-Werts und Media-Qualitäts-Scoring.

Im Gegensatz zu intransparenten Ökosystemen positioniert das Open Web Prüfbarkeit und Rechenschaftspflicht als strategische Vorteile.

Vertrauen wird zu einem wirtschaftlichen Multiplikator.

7. Agenturen werden zu Technologieplattformen

Ein weiteres starkes Signal war die Entwicklung proprietärer Software durch Agenturen.

Von Tools zur Workflow-Automatisierung bis hin zu Echtzeit-Aktivierungssystemen entwickeln sich Agenturen von Dienstleistern zu Technologieplattformen.

Die Geschwindigkeit der Ausführung ist heute ein Wettbewerbsvorteil, und Software ist der entscheidende Enabler.

Fazit: Von Programmatic zu Agentic

Jedes dieser Signale ist für sich genommen bedeutsam.

Zusammen deuten sie auf einen umfassenden Wandel hin: vom automatisierten Mediaeinkauf hin zur autonomen Marketing-Orchestrierung.

In diesem entstehenden Modell informiert Attention die Investitionsentscheidungen, KI generiert und adaptiert das creative, GEO treibt die Auffindbarkeit voran, Commerce schließt den attribution-Kreislauf und intelligente Systeme optimieren kontinuierlich.

Programmatic advertising hat den Mediaeinkauf optimiert.

Die nächste Evolutionsstufe wird Ergebnisse orchestrieren.

Dieser Übergang von Attention zu Agents könnte das nächste Jahrzehnt des Open Web definieren.